Der Kaminofen
Gegen schwarzes Glas – wie Sie richtig heizen
Wer kennt das nicht. Man möchte ein gemütliches Feuer im heimischen Kaminofen machen, legt Brennholz ein, feuert an und innerhalb von ein paar Minuten ist die Sichtscheibe schwarz. Nichts ist es mit dem Beobachten des Flammenspiels. Aber woran liegt das? Hierfür kann es mehrere Gründe geben, aber am einfachsten Beheben lässt sich eine falsche Handhabung des Kaminofens. Um dem aus der Kondensation heißer Abgase an der kalten Scheibe resultierendem Verfärben entgegen zu wirken, reicht es meist folgende Tipps einzuhalten:
- Brennholz ganz nach hinten legen (gegen die Rückwand)
- Brennholz immer quer einlegen (an der Stirnseite tritt am meisten Holzgas aus)
- Nur trockenes, unbehandeltes Holz verwenden
- Von Vorteil: moderne Verbrennungsanlagen, welche vorgewärmte Luft innen an der Scheibe entlangführen (Sekundärluft) (funktioniert nur, wenn PrimärluftBegriff bzgl. der Verbrennung bei Kaminöfen. Primärluft ist die Luft, die dem Verbrennungsort unmittelbar zugeführt wird (wird durch Kanäle von unten an das Feuer geführt). Sie sollte nur zum Anheizen des Feuers verwendet werden, um möglichst schnell auf hohe Temperaturen zu kommen und dann nach und nach (in der Mittelphase) herunter geregelt werden. Erst in der Endphase, wenn die Flammen ausgehen sollen, soll sie wieder vermehrt zugeführt werden, um eine vollständige Verbrennung zu ermöglichen. reduziert oder ganz zurückgestellt wird; sie wird nur in der Anheizphase verwendet)
Verfärbt sich die Scheibe weiterhin kann das auch daran liegen, dass der Ofen nicht dicht ist und Luft unkontrolliert in den Brennraum gelangt. Ebenfalls möglich ist es, dass der Kaminofen nicht über eine funktionsfähige Scheibenspülung verfügt. Sekundärluftschieber, welche im Bereich des Scheibenrahmens liegen, lassen nur kalte Luft einströmen und halten die Scheibe nur partiell sauber. Genauso wenig hilfreich sind Drosselklappen im Abgasrohr. Diese verhindern lediglich ein unkontrolliertes Abbrennen bei zu starkem Schornsteinzug.
Brandschutzvorschriften
Abends gemütlich vor dem Kaminofen zu sitzen und dem Feuerspiel zuzusehen, ist mit Sicherheit eine gute Alternative zum steigenden Fernsehkonsum. Doch auch bei dieser Idylle gibt es Dinge, die beachtet werden müssen.
Die DIN Norm 18891 beinhaltet Vorschriften, die Kaminöfen, welche das Übereinstimmungszeichen tragen, erfüllen müssen. Besondere Aufmerksamkeit ist hierbei den Sicherheitsabständen zu schenken.
- Hinter und neben dem Ofen
- Seiten- / Rückwände benötigen zu brennbaren Materialien einen Mindestabstand von 20cm
- Vor der Scheibe
- Brennbare Teile im Strahlungsbereich der Feuerraumöffnung müssen mind. 80cm entfernt sein
- Brennbare Teile müssen von einwandigen Rauchrohren mind. 40cm entfernt sein
- Untergrund
- Brennbare Fußbodenmaterialien müssen durch einen nicht brennbaren Belag geschützt werden
- Vor dem Ofen: mind. 50cm
-
Neben dem Ofen: mind. 30cm
- Brennbare Fußbodenmaterialien müssen durch einen nicht brennbaren Belag geschützt werden
Brennbare Fußbodenmaterialien sind z.B. Teppich, Holz, Laminat oder Kunststoff. Geschützt werden können diese durch Fliesen, Marmor, Schiefer oder Stahlblech.
Vor dem Kauf sollte man sich dennoch an den zuständigen Kaminkehrer wenden und diesen um Auskunft bitten, da er die bundesweiten Vorschriften kennt und die Genehmigung und Abnahme übernehmen wird.
A vor dem Ofen mind. 50cm
B neben dem Ofen mind. 30cm
C bei Rückwänden mit brennbaren Materialien mind. 20cm
