Energetisches Bauen und energetische Sanierung- Erkenntnisse und Wissenswertes

Veröffentlicht am 06. Mai 2011 von Denise Krause
Tags: Energieförderung
Energie einsparen, das Ziel von Bau- und Sanierungsvorhaben. Doch trotz gesetzlicher Vorgaben (wie durch die EnergieeinsparverordnungEnergieeinsparverordnung = EnEV Ziel dieser Verordnung ist es den Heizwärmebedarf von Gebäuden zu begrenzen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf neu errichtete Gebäude gelegt, deren Heizwärmebedarf rechnerisch einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Wie dieser Wert eingehalten wird, ist dem Planer überlassen, es wird lediglich die Obergrenze festgelegt. Hierbei wird der Einsatz erneuerbarer Energien belohnt, da diese positiv in die Rechnung mit eingehen. Energien mit hohen Umwandlungsverlusten wie beispielsweise Strom gehen hingegen negativ mit ein. Um die Obergrenze nicht zu überschreiten ist eine Kombination hochwertiger Wärmedämmung mit hochwertiger Heiztechnik von Nöten. Für Altbauten gilt die EnEV erst, wenn größere Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. Wird das Haus verkauft bzw. neu vermietet, ist die Ausstellung eines Energieausweises vorgeschrieben, der Aufschluss über den Energieverbrauch des Gebäudes gibt. ) und vorhandenen Potentialen scheitert es bei Neubau oder bei Sanierung von Eigenheim oftmals bei der energetischen Berechnung.

Grundlage: Untersuchung zum energetischen Zustand von Gebäuden
Bei einer Untersuchung von 5.231 Bauvorhaben, durchgeführt unter der Leitung von Diplom-Ingenieur Klaus Kellhammer (Mitglied im VPB Vorstand), wurde festgestellt, dass 30 Prozent aller Neubauten nicht oder nicht ausreichend den Anforderungen der Energiesparverordnung entsprechen. Etwa die Hälfte der 2008 bis 2010 untersuchten Immobilien wiesen einen falsch berechneten EnEVEnergieeinsparverordnung. Teil des deutschen Baurechts. Enthält technische Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch. Siehe Energieeinsparverordnung.- Nachweis vor. Zudem wurden in 53,1 Prozent der Fälle die Berechnungen zur Energieeinsparung auf der Baustelle nicht korrekt umgesetzt. Grund hierfür war, dass beispielsweise häufig schlechtere Dämmstoffe verwendet wurden, als den energetischen Berechnungen zugrunde lagen.

Fehlende Informationen verursachen wohnliches Fehlverhalten
Da viele Käufer oder Bauherren über die energetischen Besonderheiten ihrer Immobilie nicht aufgeklärt werden, nutzt annähernd jeder zweiter Bauherr sein Haus energetisch kontraproduktiv, bemängelt der Verband Privater Bauherren (VPB e.V.). Beispiel Dämmung: zukünftige Bewohner müssen wissen, wo die Dämmung im Haus verläuft. Ist der Keller als Wohn- und Arbeitsfläche vorgesehen, muss er entsprechend gedämmt, beheizt und belüftet werden. Kellhammer meint, dass ein modernes Gebäude einer regelrechten „Bedienungsanleitung“ bedarf.

Sanierung von Bestandsgebäuden
Bei Sanierung eines gebrauchten Hauses treten ähnliche Probleme auf. Da jedoch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen häufiger individueller geplant werden, lassen sich die Probleme von erfahrenen Planern leichter vermeiden. Kellhammer rät von standardisierten Lösungen ab und gibt den Tipp, nicht mit der Auswahl eines Heiz- oder Dämmsystems, sondern mit der bauphysikalischen Untersuchung zu beginnen. Im günstigsten Fall beauftragt der Sanierer hierfür einen unabhängigen Sachverständigen. Dieser untersucht die Immobilie und kann anschließend firmen- und produktneutrale Sanierungsvorschläge machen.

Kosten energetischer Sanierung
Es stellt sich aber bei näherer Betrachtung die Frage, ob sich eine energetische Sanierung in jedem Fall rechnet. Hierzu fällt zunächst auf, dass sie sich viel langsamer, als dies oft (von regierungsnahen) Organisationen vorgerechnet wird, amortisiert. Grund: es werden immer wieder Wirtschaftlichkeitsberechnungen veröffentlicht, bei denen ausschließlich Häuser mit jahrzehntelangem Instandhaltungsrückstau die Grundlage bilden. Solche Berechnungen gehen nicht selten davon aus, dass das Haus grundlegend saniert werden muss. Dabei würden die Kosten für Gerüst, Putz und Malerarbeiten ohnehin anfallen. Dadurch fällt dann der relative Mehraufwand für die eigentliche Dämmung rechnerisch nur gering aus. Auf Grund von völlig falschen (Berechnungs-) Voraussetzungen, erschrecken Bauherren dann oftmals vor den tatsächlichen Kosten. Dabei liegen die Kosten für eine Sanierung bei mindestens 70.000 Euro.

Zeitlicher Aufwand und Förderung energetischer Sanierung
Vor dem Start eines Sanierungsprojekts sollte unbedingt mit einem Energieberater oder Architekten ein Gesamtkonzept erstellt werden. Es lohnt sich bei dieser Gelegenheit die Klärung, ob Förderungen der KfWKreditanstalt für Wiederaufbau. KfW ist eine staatliche Bank und bietet unter anderem zahlreiche Förderprogramme in Bereichen Bau, Wohnen und Energie. Gefördert wird z.B. die energetische Gebäudesanierung, Modernisierung von Wohnräumen oder der Bau von energiesparenden Gebäuden. in Anspruch genommen werden können. Wie die Planungsphase, variiert die Bauphase auch stark und hängt von der individuellen Art der baulichen Maßnahmen ab. Doch allein für die Planungsphase einer energetischen Sanierung empfiehlt Kellhammer einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr.

Quelle: www.daa.net
www.vpd.de