Marktfähigkeit von Ökostrom - zukunftsfähig mittels Prämie

Veröffentlicht am 10. Mai 2011 von Denise Krause
Tags: Erneuerbare Energien
Um die erneuerbaren Energien langfristig von Subventionen unabhängig zu machen will die Bundesregierung den Ökostrom näher an den Strommarkt heranführen. Aus diesem Grund möchte der Umweltminister Norbert Röttgen bei der Reform des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG) eine Marktprämie einführen.

Zu diesem Paradigmenwechsel gehören nach Röttgen Streichungen und Änderungen der EEG-Umlage. Dies werde in den nächsten Jahren dazu führen, dass Umlage auf den Strompreis für Erneuerbare EnergienEnergien aus Quellen, die sich kurzfristig regenerieren. Im Gegensatz zu fossilen Ressourcen stehen erneuerbare (auch regenerative) Energien unbegrenzt zur Verfügung. Dazu gehören vor allem die Wind- und Sonnenenergie, die Wasserkraft, die Geothermie sowie die Energie, die durch Gezeiten entsteht. Auch die aus der Biomasse gewonnene Energie zählt zu regenerativen Energien. nicht weiter steigen werde. Zudem sei der Betrag von 3,5 Cent pro kWh für 2011 für den Ökostrom völlig überholt. 2012 sollen dann laut Gesetz zu viel gezahlte Beträge verrechnet werden.

Röttgen meint, dass die Marktprämie an all jenen Ökostrom -Anbietern gezahlt werden soll, die auf die nach dem EEG garantierte Einspeisevergütung verzichten. Ökostrom-Versorgern sollen auf diese Weise dazu angehalten werden, ihren Strom dann zu produzieren und zu verkaufen, wenn der Börsenpreis besonders hoch ist. Demnach wäre auch möglich, dass sich Windpark-Betreiber mit Kühlhaus-Besitzern zusammenschließen und einen, für beide Seiten fairen, Preis aushandelten. Nach den Vorschlägen von dem deutschen Umweltminister zu urteilen, könnten Betreiber von Ökostromanlagen jeden Monat neu entscheiden, ob sie ihren Strom nach EEG-Vergütungsvorgaben oder am Markt verkaufen wollten.

Hintergrund: Am Markt könnten die Stromerzeuger -zu bestimmten Zeiten- einen höheren Preis erzielen, als im Vergleich zu dem garantierten, im Jahresrhytmus sinkenden, Einspeisevergütung erhielten würden. Für den Betreiber bleibt jedoch ein Risiko, da der Marktpreis unter der Einspeisegebühr bleiben könnte. Röttgen möchte mit Hilfe der Prämie dieses Preisrisiko abfedern. In jedem Jahr soll eine Prämie von 200 Millionen Euro für alle Betreiber zur Verfügung stehen. Innerhalb der nächsten Jahre könne diese Summe dann halbiert werden. Da alle Stromkunden eine EEG-Umlage zahlen müssen, kann die Prämie von diesen Geldern finanziert werden. Unter dem Strich würde diese Möglichkeit, den Ökostrom marktfähig zu machen, billiger werden, als die heutigen Systeme. Im Umweltministerium hat man errechnet, dass durch die wachsende Integration der erneuerbaren Energien in den Markt Umschlagszahlungen von 500 bis 700 Millionen Euro wegfallen würden.

Zu Zeit müssen Netzbetreiber jeglichen Ökostrom übernehmen und an der Börse verkaufen, wird daher in nachfrageschwachen Zeiten viel Ökostrom angeboten muss er auch zu niedrigen Preisen verkauft werden. Nach Experten ist dieses Problem erheblich, da der Anteil von Ökostrom von heutigen 17 Prozent auf 80 Prozent im Jahr 2050 steigen soll.
Das Umweltministerium betont, dass die Prämie nicht als ein Instrument zur Kostendämpfung bei dem EGG verstanden wird. Vielmehr soll die Prämie die Marktintegration von Ökostrom vorantreiben.

Quelle: http://www.photon.de/newsletter/document/45082.pdf