Strohpellets – der etwas andere Brennstoff

Veröffentlicht am 04. Juni 2010 von Angela Ruck
Tags: Wissenswertes

Jeder besitzt zuhause eine Heizung, jeder bezieht seinen Brennstoff. Dennoch sind Strohpellets den meisten wohl eher unbekannt. Kleine gepresste Zylinder oder Kügelchen die aus Stroh hergestellt und zur Verfeuerung genutzt werden. Im Kontext der Heimtierpflege sind diese schon eher ein Begriff, auch wenn sie dort einen anderen Zweck erfüllen. Denn in den speziellen Öfen sollen Strohpellets nicht trocken halten, sondern warm machen. Und das auch nicht nur für Tier, sondern ebenso für den Menschen.

Strohpellets – halmgutartige Biomasse

Stroh zählt zur halmgutartigen Biomasse„Unter dem Begriff „Biomasse“ werden sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d.h. kohlenstoffhaltige Materie) verstanden. Biomasse beinhaltet damit - die in der Natur lebende Phyto- und Zoomasse (Pflanzen und Tiere), - die daraus resultierenden Rückstände (z.B. tierische Exkremente), - abgestorbene (aber nicht fossile) Phyto- und Zoomasse (z.B. Stroh) und - im weiteren Sinne alle Stoffe, die beispielsweise durch eine technische Umwandlung und/oder eine stoffliche Nutzung entstande sind bzw. anfallen […]“ KALTSCHMITT Martin (Hrsg.); HARTMANN Hans (Hrsg.); HOFBAUER Hermann (Hrsg.): Energie aus Biomasse : Grundlagen, Techniken und Verfahren. 2. Auflage. Berlin : Springer Verlag, 2001. – 2009 korrigierter Nachdruck. – S.2 , welche allerdings über keine einheitliche Begriffsdefinition verfügt. Im engeren Sinne versteht man darunter „Fraktionen […] mit Halmgut-artigem Charakter“ 1. Hierzu gehören unter anderem Stroh, wie auch Gräser. Der große Unterschied in der Gewinnung zum üblichen und gewohnten Holz ist, dass halmgutartige Biomasse„Unter dem Begriff „Biomasse“ werden sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d.h. kohlenstoffhaltige Materie) verstanden. Biomasse beinhaltet damit - die in der Natur lebende Phyto- und Zoomasse (Pflanzen und Tiere), - die daraus resultierenden Rückstände (z.B. tierische Exkremente), - abgestorbene (aber nicht fossile) Phyto- und Zoomasse (z.B. Stroh) und - im weiteren Sinne alle Stoffe, die beispielsweise durch eine technische Umwandlung und/oder eine stoffliche Nutzung entstande sind bzw. anfallen […]“ KALTSCHMITT Martin (Hrsg.); HARTMANN Hans (Hrsg.); HOFBAUER Hermann (Hrsg.): Energie aus Biomasse : Grundlagen, Techniken und Verfahren. 2. Auflage. Berlin : Springer Verlag, 2001. – 2009 korrigierter Nachdruck. – S.2 nicht aus mehrjährigen Pflanzen besteht, sondern saisonall (oder höchstens einjährig) abgeerntet wird. Zudem können Rückstände oder Nebenprodukte von Wald- und Wiesenkulturen verarbeitet werden.

Verbreitung von Strohpellets

Die bislang geringe Verbreitung hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die konkurrierende Nutzung sehr hoch. Nicht nur in der Landwirtschaft selbst, wo Stroh primär anderweitig verwendet wird. Landwirte nutzen den Stoff zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit oder als Futter bzw. Einstreu, aber auch Tierliebhaberer bedienen sich dieses Naturprodukts als Mittel zur Freizeittierhaltung. Dabei werden nicht nur heimische Meerschweinchen trocken gehalten, sondern auch Pferde zugefüttert. Daneben finden sich auch Abnehmer wie Kleingartenkolonien, die das Stroh zur Bodenverbesserung oder als Unterlagenmaterial schätzen. Aufgrund dieser hohen Nachfrage wird wohl mindestens die Hälfte des produzierten Strohs bereits für andere Zwecke genutzt. Hinzu kommen Faktoren wie Wachstums- und Erntebedingungen, welche die zur Verfügung stehende Menge stark beeinflussen können. Im Endeffekt wird so derzeit nur ein Bruchteil des gewonnenen Strohs zu PelletsPellets, auch Holzpellets genannt, sind zylindrische, genormte Presslinge mit einem Durchmesser von 4 bis 10mm. Sie werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz hergestellt, wobei keine chemischen Bindemittel zum Einsatz kommen. verarbeitet und verheizt.

Herstellung von Strohpellets

Bei der Herstellung von Strohpellets wird das anfallende Stroh aufgrund seiner hohen Lagerdichte zuerst einmal vor Ort zu Ballen gepresst und dann an möglichst naheliegende Hersteller geliefert. Dort wird es – wie beim Holzpelletierprozess – zunächst zerkleinert und aufbereitet. Anschließend wird es mit Hilfe eines Doppelschneckenextruders zerfasert und die außen befindliche Wachsschicht aufgelöst. Im nächsten Schritt wird das bearbeitete Stroh in Kollergangpressen (mit Flach- oder Ringmatrizen) gepresst und abgekühlt. Da Stroh einen geringeren Ligninanteil besitzt, weist es eine geringere Stabilität und Festigkeit als Holz auf. Da dies äußerst nachteilhaft ist, v.a. beim Transport und der Einlagerung, weil die Presslinge hier leicht zerbröseln, werden oftmals Zusatzstoffe beigemischt. Dazu gehören beispielsweise Stärke, Melasse, Öle aber auch geringe Mengen an Holz. Das ebenfalls negative Ascheerweichungsverhalten kann durch das Beimengen von Kalkmehl verbessert oder durch dein Einsatz spezieller Anlagen, welche über luft- oder wassergekühlte Roste und eine leistungsstarke Entaschung verfügen, kompensiert werden.

Strohpellets – gesetzliche Regelungen

Zwar ist das Verfeuern von Strohpellets in herkömmlichen Pelletöfen oder Pelletheizungen erlaubt, aber dennoch nicht empfehlenswert. Das andere Brennverhalten und vor allem die Schlackebildung können diese schädigen. Speziell hergestellte und abgestimmte Öfen können mit dieser Problematik besser umgehen und ermöglichen so eine bessere Verbrennung.
Derzeit dürfen Strohpellets nur in Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung zwischen 15 und 100kW verheizt werden. Kleinfeuerungsanlagen wie sie in ein- und Zweifamilienhäusern üblich sind (bis 15kW), sind von einer Verfeuerung ausgeschlossen. Größere Anlagen hingegen hingegen benötigen zusätzliche Genehmigungen und müssen strenge Grenzwerte einhalten.

Vor- und Nachteile von Strohpellets

Nachteilig ist vor allem die nötige Anschaffung eines speziellen Ofens und die damit verbundenen Kosten. Zudem verbrennen Strohpellets aufgrund der unterschiedlichen Inhaltsstoffe bei weitem nicht so gut und sauber wie Holz und das Einhalten der vorgegebenen Staubwerte (Grenzwert 150 mg Staub pro Nm3) ist schwer. Außerdem sprechen die durch die Ascheerweichung (die Strohasche erweicht bereits bei normalen Abbrandtemperaturen) entstehenden Schlackerückstände, welche den Ofen nicht nur verunreinigen, sondern sogar schädigen können, gegen diesen Brennstoff. Die in den Abgasen befindlichen Stoffe wie Kalium, Chlorid und Schwefel schädigen nicht nur die Umwelt, sondern führen ebenso zu Korrosion. Diese werden durch Düngemittel angereichert und können durch Auswaschen (dabei wird das Stroh wird vor dem Einholen auf dem Feld liegen gelassen und durch Regen und Tau ausgewaschen, wobei es nicht zu nass sein oder geschädigt werden darf) nur gemindert werden.

Von Vorteil ist die Lagerung. Zum einen verfügen Strohpellets über eine geringe Schüttdichte. Zum anderen müssen keine speziellen Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Preislich liegen diese PelletsPellets, auch Holzpellets genannt, sind zylindrische, genormte Presslinge mit einem Durchmesser von 4 bis 10mm. Sie werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz hergestellt, wobei keine chemischen Bindemittel zum Einsatz kommen. unterhalb von Öl und Gas und stehen derzeit in ausreichend großer Menge zur Verfügung. Die teils verbreitete garantierte Preisstabilität und der durchaus akzeptable HeizwertFreiwerdende Wärmemenge bei der Verbrennung (ohne Verdampfungswärme). (Energieverhältnis von Strohpellets zu Öl 2:1) sind ein weiteres Plus. Zudem kann mit Hilfe einer Rücklaufanhebung der Heizung die durch die in den Abgasen enthaltenen Stoffe hervorgerufene Korrosionsbildung gesenkt werden. Dabei wird die Temperatur des Heißwasserrücklaufs erhöht (auf über 55°C), wodurch weniger Wasserdampf gebildet wird, welcher für den Korrosionsprozess notwendig ist.
Derzeit ist die Nachfrage und Verbreitung von Strohpellets noch eher gering. Vor allem private Haushalte finden aufgrund der gesetzlichen Regelungen weniger Nutzen. Dennoch sollte den Strohpellets als alternativer Energieträger eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden. Immerhin kann mit diesem Brennstoff eine gewisse Unabhängigkeit von den Lieferanten fossiler Brennstoffe erreicht werden. Auch die Tatsache, dass weiterhin an der Gewinnung und vor allem sauberen und optimierten Verbrennung gearbeitet wird, sollte Anreiz genug sein, diese erneuerbare Energie nicht ganz aus dem Auge zu verlieren.

1 KALTSCHMITT, Martin (Hrsg.) ; HARTMANN, Hand (Hrsg.) ; HOFBAUER, Hermann (Hrsg.): Energie aus Biomasse„Unter dem Begriff „Biomasse“ werden sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d.h. kohlenstoffhaltige Materie) verstanden. Biomasse beinhaltet damit - die in der Natur lebende Phyto- und Zoomasse (Pflanzen und Tiere), - die daraus resultierenden Rückstände (z.B. tierische Exkremente), - abgestorbene (aber nicht fossile) Phyto- und Zoomasse (z.B. Stroh) und - im weiteren Sinne alle Stoffe, die beispielsweise durch eine technische Umwandlung und/oder eine stoffliche Nutzung entstande sind bzw. anfallen […]“ KALTSCHMITT Martin (Hrsg.); HARTMANN Hans (Hrsg.); HOFBAUER Hermann (Hrsg.): Energie aus Biomasse : Grundlagen, Techniken und Verfahren. 2. Auflage. Berlin : Springer Verlag, 2001. – 2009 korrigierter Nachdruck. – S.2 : Grundlagen, Techniken, Verfahren. 2.Aufl. : Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2001. – ISBN 978 – 3 – 540 – 85094 – 3.- S.149