Zahlen und Fakten zu Heizungssystem, Energieverbauch und Entwicklungen am Heizungsmarkt in Deutschland
Bei der Wahl der Heizung hatten es Bauherren bis in die neunziger Jahre leicht, zur Auswahl standen Öl oder Gas. Im Gegensatz dazu stehen heute eine Fülle von Möglichkeiten an Heizsystemen und Energieträger zu Auswahl. Der Heizungsmarkt in Deutschland hat sich weg von fossilen Brennstoffen hin zu Erneuerbare EnergienEnergien aus Quellen, die sich kurzfristig regenerieren. Im Gegensatz zu fossilen Ressourcen stehen erneuerbare (auch regenerative) Energien unbegrenzt zur Verfügung. Dazu gehören vor allem die Wind- und Sonnenenergie, die Wasserkraft, die Geothermie sowie die Energie, die durch Gezeiten entsteht. Auch die aus der Biomasse gewonnene Energie zählt zu regenerativen Energien. entwickelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: steigende Preise für Öl und Gas, größeres Umweltbewusstsein und Gesetze, die den Einsatz erneuerbarer Energien zu Wärmegewinnung vorschreiben, tragen zur Modernisierung, energieeffizienten Bauen und Umdenken bei.
Die Zukunftsziele der Bundesregierung sind unter anderem, dass sich der Gebäudestand in Deutschland bis 2050 weitestgehend klimaneutral darstellt und bereits bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmebereitstellung von den heutigen sieben auf 14 Prozent erhöht werden.
Doch schon heute haben neue Systeme und bessere Dämmung dazu geführt, dass der private Energieverbrauch für das Wohnen deutlich gesunken ist. Zwischen 2006 und 2009 hat sich der Verbrauch von Haushaltsenergie um insgesamt 6,7 Prozent verringert, so das statistische Bundesamt. Maßgeblich verantwortlich seien hierfür die Sanierungen des Gebäudebestandes.
Wärmepumpen: niedrige Verbraucherkosten aber teuer in der Anschaffung
Besonders stark ist in der Vergangenheit der Absatzmarkt für Wärmepumpen gestiegen, dabei spielte die Technik noch vor zehn Jahren keine Rolle. Mittlerweile werden mehr als 20 Prozent der Neubauten mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Man kann davon ausgehen, dass die Erdwärmepumpe die Verbraucherkosten am niedrigsten hält.
Doch die Anschaffung einer Wärmepumpe ist kostenintensiv und die Effizienz hängt von einigen Faktoren ab. Das Haus sollte im Idealfall über eine großflächige Fußbodenheizung verfügen und gut gedämmt sein. Zudem muss man bedenken, dass die Wärmepumpe eine elektrische Heizung ist. Wie die Umweltbilanz letztlich ausfällt, hängt auch davon ab, wie der benötigte Strom gewonnen wird.
Holzheizung: aufwendig aber COâ‚‚-neutral
Steigender Beliebtheit erfreuen sich auch Holzheizungen, denn wurden vor zehn Jahren 3.000 solcher Anlagen installiert waren es 2009 bereits 150.000. Im Vergleich zu Wärmepumpen sind Holzheizungen zwar billiger aber immer noch teurer als eine konventionelle Heizung. Aufwendig ist eine Holzheizung, da ein Lagerraum verfügbar sein muss, die Hausherren sich um den Nachschub des Brennmaterials kümmern und die anfallende Asche entsorgen müssen. In der Ökobilanz schneidet eine Holzheizung gut ab, da sie nur so viel CO₂ freisetzt, wie der Baum zuvor gebunden hat.
Gasheizung: beliebt aber immer weniger im Einsatz
Die immer besseren Verbrauchswerte und die Kombinationsmöglichkeiten, mit etwa Solarthermie, haben dafür gesorgt, dass die Öl- und Gasheizung nicht vom Heizungsmarkt verschwunden ist. Rückläufig, aber dennoch meist installierte Heizungsanlage ist dieGasheizung. Sie ist vielen Menschen ein vertrautes System. Außerdem verfügt Deutschland über ein flächendeckendes Gasnetz.
Alternativen
Weitere alternative Heizsysteme sind Fernwärmeanschluss oder Mini-Blockheizkraftwerke, welche sich jedoch noch in einer Pionierphase befinden.
Viele Systeme, ob Holz oder Gas, werden mit einer solarthermischen Anlage kombiniert. Die Kombination von effizienten Systemen macht es möglich, das Trinkwasser zu erwärmen oder auch die Heizung zu unterstützen. Auf Grund von 100.000 neu installierten Anlagen in Jahr 2010 sind heute etwa 1,5 Millionen Solarheizungen im Einsatz.
Insgesamt kam der Heizungsmarkt 2010 ins Stocken. Viele Hauseigentümer wollten von der guten, jedoch auslaufenden Förderung von Photovoltaik-Anlagen profitieren und haben daher ihre Investitionskapazitäten in Solarstrom-Anlagen fließen lassen.
Quelle: Andreas Remien (2011): Schöner wärmen. In Süddeutsche Zeitung Nr. 26. Seite V2/3
