Nachtspeicherheizung

Synonyme: elektrische Speicherheizung, Niedertarif – Speicherheizung

Definition: elektrisch betriebene Heizung, die einen Wärmespeicher mit Nachtstrom aufheizt.

Unter einer Nachtspeicherheizung versteht man eine Heizung, welche elektrisch betrieben wird und über einen Wärmespeicher verfügt. Dieser wird in den Schwachlastzeiten, das bedeutet in Zeiten in denen die Nachfrage nach Strom geringer ist als sonst und demzufolge auch günstiger, aufgeheizt. Dies geschieht meistens nachts oder nachmittags, da hier der Strombedarf niedriger ist. Folglich zählt eine Nachtspeicherheizung zu den Elektroheizungen.

Prinzip

Eine Nachtspeicherheizung wandelt elektrischen Strom in Wärmeenergie um. Da sich dieses Heizsystem den billigeren Stromtarif zu Nutze macht, wird die erzeugte Wärme gespeichert, beispielsweise in einem Kern aus Magnesit und bei Bedarf an die Umgebung abgegeben.
Bei den meisten Geräten kann man selbst bestimmen wie viel Wärme gespeichert werden soll, um sich den jahreszeitlichen Schwankungen anzupassen. Auch die Raumtemperatur kann geregelt werden. Die Wärmeabgabe vollzieht sich über die Oberfläche aber auch durch eingebaute Gebläse.

Spezieller Stromzähler nötig

Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, benötigt einen speziellen Stromzähler, welcher über zwei Zählwerke (Hochtarif und Niedertarif) verfügt. Dadurch wird gewährleistet, dass der bezogene Strom auch tarifgetreu abgerechnet wird. Darüber hinaus ist eine Einrichtung zur Tarifumschaltung nötig, damit der Stromzähler auch weiß über welches Zählwerk abgerechnet werden soll. Die Umschaltung der Energieversorgungsunternehmen kann auf verschiedene Weise geschehen. Zum einen durch Rundsteuertechnik, Funkrundsteuertechnik (Langwellenfunk) oder aber über Zeitschaltuhren.

Geschichte

Die ersten Nachtspeicherheizungen wurden in den 50igern und 60igern als Alternative zu Kohle- und Ölofen genutzt. Auch damals waren die Betreiber von Kraftwerken bemüht, eine möglichst gleichmäßige Auslastung über den ganzen Tag hinweg zu erreichen. Wachsendes Umweltbewusstsein, steigende Strompreise, gesundheitsschädliche Materialien, Stromsteuer. Das sind nur einige Gründe warum die Beliebtheit einer Nachspeicherheizung zurückging.

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Restriktionen durch die EnEV

Mit dem wachsenden Bewusstsein für die Umwelt und der steigenden Notwendigkeit des Handelns hat die Energie und Einsparverordnung klare Regeln gesetzt.
In Wohngebäuden mit mehr als 5 Wohneinheiten dürfen elektrische Speicherheizsysteme nicht mehr eingesetzt werden, sofern die Raumwärme ausschließlich durch diese erzeugt wird. Nichtwohngebäude mit einer Fläche über 500 Quadratmeter Nutzfläche dürfen nicht elektrisch geheizt werden, sobald jährlich mindestens 4 Monate auf 19 Grad Innenraumtemperatur geheizt wird. Ausgenommen sind Geräte mit einer Heizleistung von unter 20 Watt pro Quadratmeter Nutzfläche.
Bis Ende 2019 müssen alte elektrische Speicherheizsysteme abgeschaltet werden. „Alt“ bezieht sich auf alle Geräte, welche vor dem 1. Januar 1990 eingebaut und aufgestellt wurden. Systeme, welche nach dem 31. Dezember 1989 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nach einer Frist von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Sollten wesentliche Erneuerungen durchgeführt worden sein, gilt die Frist ab diesem Zeitpunkt.

Arten von Nachtspeicherheizungen

Ermittlung des Tagesbedarfs

Bei vielen Geräten wird der benötigte Tagesbedarf mit Hilfe eines Außentemperaturfühlers ermittelt. Dieser misst die Temperatur an einem Tag und schätzt damit die nötige Wärmemenge für den Folgenden ab. Damit lässt sich, zumindest bei einer statischen Wärmeabgabe, schlecht auf drastische Wetterumschwünge reagieren. Mittels der Aufladesteuerung und dem Aufladeregler wir das Gerät abgeschaltet, sobald die erforderliche Wärme gespeichert wurde.
Da die gemessene Temperatur, welche als Grundlage für die Wärmespeicherung dient, in den seltensten Fällen der Temperatur entspricht, die am nächsten Tag wirklich herrscht, ist es notwendig bei solch einer einfachen Steuerung die Wärme beispielsweise durch Schließen einer Tür und der dadurch erzeugten Verringerung des zu beheizenden Raumvolumens zu halten. Damit kann man starken Temperatureinbrüchen entgegen wirken, muss aber am Vorabend das richtige Gefühl für das Wetter haben und hat damit gleichzeitig einen Raum in dem es kälter ist. Besser sind Geräte, welche über Heizelemente für Tagstrom verfügen. Damit lässt sich schnell und komfortabel „nachheizen“, sollte die geschätzte Temperatur und die damit benötigte Wärme stark von den wirklichen Witterungsbedingungen abweichen.

Die Wärmeabgabe

Grundsätzlich gibt es eine statische und eine dynamische Wärmeabgabe.

Bei einer Nachtspeicherheizung mit einer statischen Wärmeabgabe wird die Wärme kontinuierlich über die Oberfläche in Form von Strahlung abgegeben.
Bei der dynamischen Wärmeabgabe kommen zusätzlich Ventilatoren zum Einsatz mit deren Hilfe die Raumtemperatur stets auf demselben Level gehalten werden kann. Mittels eines Raumthermostat wird die Zimmertemperatur gemessen und sollte diese unter dem eingestellten Sollwert liegen, schalten sich die Ventilatoren zu. Für das Zu- und Abschalten ist der Raumtemperaturregler verantwortlich der permanent die Soll- mit der Ist – Temperatur vergleicht.
Natürlich ist auch eine Kombination einer statischen und dynamischen Wärmeabgabe möglich. Dabei gibt das Gerät gleichmäßig Strahlungswärme ab und kann im Bedarfsfall mit Hilfe der Ventilatoren zusätzlich Wärme abgegeben.

Aufladezeit

Die Aufladezeit einer Nachtspeicherheizung hängt zum einen von den Vorschriften des Energieversorgungsunternehmens und zum anderen von der Bauart des Geräts ab. Sie liegt aber im Regelfall zwischen 8 und 10 Stunden. Der Energieversorger kann dabei vorgeben in welchem Zeitraum der Nachstrom zur Verfügung steht. Dieser ist abhängig vom Tarifvertrag und dem Versorgungsgebiet bewegt sich aber meist zwischen 20.00Uhr und 06.00Uhr. Es ist möglich diesen Zeitrahmen aufzuteilen und damit die Netzbelastung zu entzerren. Auch kann mit dem Energieversorgungsunternehmen abgesprochen werden, welches Ladeprogramm in Anspruch genommen wird. Möglich sind beispielsweise 8 bis 10 Stunden nachts. Zusätzlich kann aber vereinbart werden, ob die Heizung auch tagsüber zum Beispiel 2 oder 6 Stunden Strom bezieht.

Vor- und Nachteile einer Nachtspeicherheizung

Nachtspeicherheizungen haben Vor- und Nachteile. Von Vorteil sind beispielsweise je nach Gerät die relativ günstige Anschaffung und die wegfallenden Wartungskosten. Ebenso ist Strom beinahe überall verfügbar. Nachteilig ist vor allem der schlechte Gesamtwirkungsgrad einer Nachtspeicherheizung. Dies macht sich besonders bemerkbar, wenn die gesamte Wohnung mittels Elektroheizung geheizt wird. Die Geräte selbst werden oftmals als „umweltfreundlich“ angepriesen, allerdings stammt der Strom mit welchem sie betrieben werden, im Großteil der Fälle nicht aus regenerativen Energien und trägt dadurch erheblich zur Umweltbelastung bei. Zudem ist der Verlust der eingesetzten Energie bei der Stromerzeugung äußerst hoch. Deshalb hält das Bundesamt für Energieverbraucher solche und ähnliche Formulierungen für irreführend und mahnt teils sogar Unternehmen ab, welche mit einem derartigen Slogan werben.

Ob eine Elektroheizung eine Alternative ist, sollte jeder für sich und im Einzelfall entscheiden. Wichtig ist allerdings nicht nur auf die Atom- und Kohlekonzerne zu hören, da diese natürlich im Eigenzweck handeln.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nachtspeicherheizung
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/elektroheizungen-teuer.html